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Montag, 5. März 2012

Karneval in Oruro 2012

Karneval in Oruro


Das größte alljährliche Fest, bei dem die Menschen die Arbeit hinter sich lassen und über Tage hinweg ausgelassen feiern, ist der Karneval. Aus allen Richtungen des Landes pilgern die Menschen in das Zentrum des spaßigen Treibens, um mit ihren Gleichgesinnten zu tanzen und feiern. Willkommen in Oruro.

Um dem „allgemeinen“ Deutschen gerecht zu werden, versuchten wir natürlich unsere Plätze so früh wie möglich zu reservieren. Leider haben wir dabei einen nicht wesentlich geringen Faktor außer Acht gelassen. Der „allgemeine“ Bolivianer kennt die deutsche Präzision und Vorsorgetaktik nicht.         
Der Versuch, 8 Tage vor dem Karnevalsumzug, Karten für die mehrere Kilometer lange Tribüne auf der Straße des 6ten August zu bekommen, war also von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Ein klares Indiz dafür war, die nicht fertiggestellte Tribüne, die nur in ihren Grundzügen zu erkennen war. So mussten wir uns mit den Aussagen zufrieden geben, dass wir doch die Karten einen Tag vor dem Umzug kaufen sollten. Es wäre dann immer noch ausreichend Zeit.

Erfolgreicher verlief der Versuch, ein Domizil für die 3 Tage des Karnevals zu finden. Für den lächerlich geringen Preis von 200 US$, für ein schmales Bett in einem kleinen Zimmer, hatten wir Gewissheit, dass wir eine Unterkunft in 8 Tagen haben werden. Der Preis für das gleiche Bett im selben Zimmer für die restliche Zeit des Jahres beträgt 10 US$ (ebenfalls für 3 Nächte).   
Da wie auch allgemein so gültig in Oruro Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen, liegt die Entscheidung bei jedem selbst. So entschlossen wir uns diesen horrenden Preis zu bezahlen. Verglichen mit den anderen Preisen, konnten wir noch zufrieden sein. Wir hätten auch die Möglichkeit gehabt, mehr als 500 US$ für ein Bett zu bezahlen.
Nachdem wir alles in Oruro mehr oder weniger erledigen konnten, beschlossen wir die restlichen Tage vor dem Karneval an einem anderen Ort zu verbringen. Oruro hat außer dem Karneval nicht viel zu bieten.

Die nächsten acht Tage nutzten wir, um die Region um Cochabamba zu erkunden, mehrere Ärzte zu konsultieren, die höchste Christusstatur der Welt und das Haus des einstmals reichsten Mannes (Simon Patiño) Boliviens zu besichtigen.

Mit voller Vorfreude auf das anstehende Fest reisten wir nach Oruro zurück. Die Busfahrt erwies sich, wie so oft, als Qual. Es ist wahrhaft kein angenehmes Gefühl, wenn eine vollgeschissene Windel neben dir gewechselt wird. Wenigstens oder leider, kommt darauf an ob man es aus meiner oder aus Sicht der Natur betrachtet, wurde die prallgefüllte Windel direkt aus dem Fenster des fahrenden Busses befördert.

Die Arbeiten in Oruro waren in den vergangen Tagen weit fortgeschritten. Die Tribüne war bis auf wenige Stellen fertig, die Werbebanner erstrahlten in neuem Glanz und die Sicherheitszäune waren aufgestellt.

Unsere Suche nach einem guten Platz auf der Straße des 6ten August wurde schnell mit Erfolg gekrönt. Wir konnten 2 Plätze für 600 Bolivianos (ca. 60 €) kaufen. Dafür hatten wir die Zusage, dass wir die Plätze für Samstag und Sonntag bekommen würden.
Der Festumzug begann am Freitag, den 17.02. um 08:00 Uhr. Die Tribüne war noch sehr spärlich gefüllt. Die meisten Besucher trudelten erst gegen die Mittagszeit ein.
Der Umzug dauert den ganzen Tag bis weit in die Nacht hinein an.
Gegen 12:30 verließen wir unsere Plätze um etwas zu essen und um uns ein paar Dosen Sprühschnee und Bier zu kaufen. Die zahlreichen Attacken, die wir erleiden mussten, konnten wir nicht auf uns sitzen lassen. Das Bier wurde ausschließlich gekauft, um die Hemmschwelle soweit zu senken, damit auch die jüngsten Gegner gnadenlos bekämpft werden konnten.
Eine Amerikanerin sagte zu mir: „ Es macht einfach mehr Spaß die Leute voll zu sprühen“. Und sie sollte damit vollkommen Recht behalten. Unsere anfänglichen Vorsätze uns nur zu verteidigen, ließen wir so schnell fallen, wie ein leidenschaftliches, junges Paar die Kleidung vor dem ersten Sex.         

Unzählige Dosen Sprühschaum und Bier später verfolgten wir nach wie vor den Marathon gespannt. Bis um 05:00 Uhr sollten neue Gruppen die Parademeile entlang laufen. Um 01:00 Uhr hatten wir genug vom beobachten.
Mit Regenkleidung (guter Schutz gegen den Schaum) und ein paar Dosen Bier wurden wir Teil des Umzugs. Wir durchbrachen mit einigen anderen Leuten aus unserem Hostel die Absperrung und schlossen uns dem Umzug an.
Im Einklang mit riesigen Tanzgruppen, feierten wir unseren Weg bis zum Plaza (Hauptplatz). Den unzähligen ,,Beso“- Schildern(Küss-Mich), die wir passierten, leisteten wir natürlich folge.
Nach eineinhalb Stunden des Tanzens und des begleiten des Umzugs entschlossen wir uns den Heimweg anzutreten. Gegen 03:00 erreichten wir unser 200 US§ Bett.

Den folgenden Tag schliefen wir etwas länger. Wir entschlossen uns einfach etwas später zum zweiten Teil des Umzugs zu gehen...





























Sarah - Opfer des allgegenwärtigen Sprühschaums








Donnerstag, 16. Februar 2012

Nach Arica ging unsere Reise weiter nach Bolivien. La Paz, die Hauptstadt, wurde unser erstes bolivianisches Ziel. Der Weg in die Stadt La Paz führte über El Alto, einen Stadtteil der 400 Meter höher liegt als das eigentliche La PAz. Als wir in das auf einer Ebene liegende El Alto fuhren, dachten wir schon, dass wir in La Paz sind, doch wir wurden eines besseren belehrt.         


Während wir durch El Alto (Der Große) fuhren, erstreckte sich rechts zu unseren Füßen ein Lichtermeer. La Paz liegt unterhalb El Altos. Die Stadt ist riesig. Die Häuser sind überall. Dabei spielt es keine Rolle wie unwegsam das Terrain auch ist. Gebaut wird überall. Und Putz ist Mangelware.

Der nächtliche Anblick war sehr beeindruckend. Das Tal und die Hänge strahlten von den Lichtern der Häuser. Zwischen diesem Lichtermeer waren immer wieder schwarze Flecken. Wir wunderten uns schon, warum hier nicht auch Häuser hin gebaut wurden. Am Tag erhielten wir eine Antwort darauf. Diese dunklen Stellen waren schlicht und einfach massive Felsvorsprünge des Gebirges, die von den Menschen noch nicht weggesprengt und bebaut, sondern naturbelassen wurden.
Lap Paz von Mirrador Killi Killi

Während unserer Taxifahrt zu unserem Hostel bemerkten wir, dass es ständig Berg auf und Berg ab ging. Wir ahnten, dass es uns etwas Anstrengung kosten würde, die Stadt zu Fuß zu erkunden. Schließlich sind 3.660 m Höhe auch kein Pappenstiel. Nichts desto trotz machten wir uns am nächsten Tag auf ins Abenteuer. Die ersten Tage waren wirklich anstrengend. Nach jedem Hügel fühlten wir uns, als hätten wir einen Halbmarathon bestritten. Nach und nach pfeiften unsere Lungen jedoch nicht mehr so nach Luft. Man muss sich eben erst an diese hohen Gefilde gewöhnen.
La Paz mit dem Berg Illimani von El Alto fotografiert
In La Paz spürten Toni und ich zum ersten Mal, dass wir wirklich in einer anderen Welt waren. Die Städte in Argentinien und Chile waren europäische angehaucht, aber La Paz war etwas vollkommen anderes.
Das Leben hier spielt sich meist auf der Straße ab. Große Shoppingcenter, wie in Deutschland gibt es selten. Die Cholita Frauen in ihren typischen Trachten (mehrlagige Röcke, lange geflochtene Zöpfe und ein Hut, der scheinbar am Kopf festgeklebt ist) sitzen auf der Straße und verkaufen Obst, Gemüse, Gewürze, Hygieneartikel und vieles mehr. Jede Straße ist quasi eine eigene Fachabteilung. In einer Ecke gibt es nur Fliesen, in der nächsten nur Elektroutensilien und der nächsten Straße gibt es Fleisch. Manchmal musste Toni und ich auch schnell die Straßenseite wechseln, da uns der Gestank nach abgehangenen Fleisch schier umgehauen hat. Man braucht schon einen festen Magen, wenn man durch die Straßen von La Paz schlendert, denn man weiß nie, was sich hinter der nächsten Ecke verbergen könnte.
Ein Stand auf einem Markt
Bolivien gilt als ärmstes Land Südamerikas, was wir oft auf der Straße sahen. Ich hätte am liebsten jedem der zahlreichen Bettler Geld gegeben. Vor allem, wenn neben der Frau eine Decke auf dem Gehweg lag, in der ein oder zwei kleine Kinder schliefen. Toni hat mich da aber ein bisschen gebremst, was auch gut so war. Die andere Schattenseite dieser Armut ist, dass auf den großen Märkten Tiere verkauft werden, die in furchtbaren Zuständen gehalten werden. Das schlimmste war ein Käfig mit kleinen Hundebabys, der so überfüllt war, dass sich die einzelnen Hunde nicht mehr bewegen konnten. Greenpeace würde auf die Barrikaden gehen, aber wen kümmert das Leid der Tiere, wenn die Verkäufer selbst am Hungertuch nagen müssen. Dagegen leben wir Deutschen wie im Schlaraffenland.
Ein Grab in La Paz
Positiv muss jedoch betrachtet werden, dass das Essen in La Paz und, wie wir später feststellten auch in anderen Städten Boliviens, spott billig ist. Voraussetzung ist, dass man nicht in ein schickes touristisches Lokal, sondern dort hing geht, wo auch die Einheimischen essen. Da Tonis Magen und meiner sehr robust sind und wir gerne die lokalen Sachen probieren, taten wir das auch. Das billigste Essen bekommt man in kleinen Lokals, die gute Hausmannskost anbieten. Für eine ordentliche Suppe, die fast schon einem Eintopf gleicht, einem Hauptgericht einem Nachtisch und einem Getränk zahlt man z.B. ungerechnet nicht mal 1,50€. Da macht das Essengehen richtig Spaß.

Ein Highlight in La Paz war das Fahren der Death Road. Dieses Straße wird als Gefährlichste Straße der Welt bezeichnet. Grund hierfür ist, dass in der Vergangenheit auf dieser 3,2 m breiten Straße, bei der man 3.600 Höhenmeter überwindet viele Busse und Lkw´s in den bis zu 1.000 m tiefen Abgrund gestürzt sind. Auf Grund dessen wurde 2007 eine neue Straße gebaut, auf der nun die meisten Fahrzeuge langfahren. Bei unserer Tour starteten wir auf 4.800 m Höhe und fuhren mit dem Mountainbike 85 km runter ins Tal.
Die Straße führt von La Paz nach Coroico. Nachdem wir den Bus verlassen haben, nahmen wir gleich unsere Downhillbikes unter die Lupe. Die Ausrüstung war top.
Helm, Handschuhe, Regenbekleidung und natürlich ein Rad.
Die ersten Kilometer sind asphaltiert. So hatten wir Zeit uns an die Räder zu gewöhnen. Trotzdem geht es steil Berg ab. Nach 24 Kilometern kommt man auf die ,,eigentliche,, Straße des Todes. Uhhh ein gruseliger Name. Aber berechtigt.
Das Vergnügen sich als erster Tourist ein Kreuz am Rand setzten zu lassen, hatte eine jüdische Frau. Sie war auf einmal einfach weg. Keine Bremsspuren, nix.
Die Straße ist sehr schmal und unbefestigt. Daher war beim bremsen Vorsicht geboten. Zumal unsere Scheibenbremsen keinen Fehler verziehen hätten. Den ersten Kilometer auf der Schotterstraße wurden vorsichtig. Aber das macht ja auf Dauer keinen Spass. Also Bremse lösen und einfach rollen lassen. Und so ging das dann die nächsten 64 Kilometer.
Unterweg haben wir zahlreiche Stops gemacht um den nächsten Teil der Straße und mögliche Gefahren zu besprechen. Hunde, scharfe Kurven. Autos!
Nach 2.30 Stunden waren wir am Ziel. Einem kleinem Auffangort für Tiere. Bis auf 2 Mann sind alle gesund angekommen.
Nach einer nötigen Dusche und einem oder vielleicht auch zwei erfrischenden Bieren ging es dann zurück in den Bus.
Dann sind wir die Death Road nochmal gefahren. Diesmal aber nach oben.
Und um ehrlich zu sein. Der Blick auf 20 cm Randstreifen und danach 1.000 m Tiefe ist echt nicht angenehm. Daher gabs noch ein drittes Bier im Bus und ein Stoßgebet.






Montag, 30. Januar 2012

San Pedro de Atacama

Wer denkt, dass es in der Wüste nur Sand gibt, hat sich getäuscht. Die Atacamawüste hat sehr viel mehr zu bieten.
Am 14.1. unternahmen wir unsere erste Tour in die Berge. Beginn war 7 Uhr am Morgen. Für uns Reisende, die meist nie vor 9.00 aufstehen, eine ungöttliche Zeit. Nachdem auch alle anderen 5 Touris abgeholt wurden, ging es in die Wüste.
Die Straßenführungen lies erkennen, dass wir uns in höhere Gefilde begeben werden. Wir fuhren von 2.400 m.ü.NN auf 4.800 m.ü.NN. Die Landschaft, die an uns vorbeiflog war bizarr.
Vor uns sahen wir schneebedeckte Vulkane, wovon einer auch bald auszubrechen schien. Unsere fließend englisch sprechende Reiseleiterin (Pinky) erklärte uns, dass die nähere Umgebung des Vulkans 10 mal am Tag bebte, was ein sehr signifikantes Zeichen dafür ist, dass er bald ausbrechen könnte.
In unserem Auto haben wir von den Eruptionen jedoch nichts mitbekommen, da der Vulkan ziemlich weit von uns entfernt war. Das Spektakel eines Ausbruchs durften wir während unseres Aufenthaltes jedoch nicht mit erleben. Der Vulkan hat sich wahrscheinlich doch noch etwas Zeit gelassen.
Unser erster Halt war auf 4.500 m Höhe. Die Luft in diesen Gefilden ist wirklich sehr dünn.
Nun können Toni und ich auch verstehen, warum ein Mensch bei der Besteigung des Mount Everest für einen Schritt eine Minute braucht. Ok, zugegeben, der Mt. Everest ist fast doppelt so hoch. Aber die knapp 5.000 m reichen auch schon.        
Als wir bei unserer Frühstückspause einen kleinen Hügel hoch liefen, schnauften wir, wie nach einem 100 m-Lauf. Sonst ist uns die Höhe gut bekommen. Uns war nicht schlecht und Kopfschmerzen hatten wir auch nicht.
Nach einer leckeren Stärkung mit Sandwiches und Tee ging die Fahrt weiter.
Der höchste Punkt, den wir erreichten, war auf 4.800 m. Hier wurden wir im Auto alle sehr müde, was für diese Höhe vollkommen normal ist. Wenigstens blieb der Fahrer wach.
Während dieses Ausfluges stellten wir fest, dass die Wüste nicht so trocken ist, wie sie scheint. Vor Millionen von Jahren war die gesamte Atacamawüste ein rießiger Salzsee. Relikte aus dieser Zeit sind ausgetrocknete Salzseen und extrem salzhaltige Lagunen. Aber auch Lagunen gespeist mit Süßwasser gibt es in der Wüste. Das Süßwasser kommt aus dem Boden. An solchen Plätzen gibt es reichlich Fauna und Flora. Hier sahen wir freilebende Flamingos, Pekunias und domestizierte LLamas. Pekunias ähneln etwas dem deutschen Reh. LLamas ähneln Lamas. Sie haben aber keinen Höcker. Aus ihrem Fell werden Kleidungsstücke hergestellt und ihr Fleisch wir in Bolivien und Peru gegessen, aber nicht in Chile. Die Chilen finden es ungenießbar.







Unser zweiter Ausflug am Samstag begann ganz unserem Zeitrhythmus entsprechend, nämlich am Nachmittag. Er führte uns in das Valley del la Muerte und das Valley del la Luna.
Für den Namen des Valley del la Muerte (Deathvally) gibt es zwei Erklärungen. Einerseits geht es darauf zurück, dass ein europäischer Geologe dieses Valley untersuchte und sagte, dass es aussieht, wie der Mars. Das spanische Wort für Mars ist dem für Tod ähnlich und da er es nicht richtig aussprach, hieße es seitdem Valley del la Muerte. Die zweite Erklärung und meiner Ansicht nach plausiblere besagt, dass sich in der Nähe dieses Valleys viele Menschen zu Tode gefahren haben. Was das Aussehen angeht, muss ich dem Europäer Recht geben. Schaut man in dieses Tal, dass mit vielen seltsam aussehenden Hügeln gespickt ist, fühlt man sich, wie auf dem Mars.
Im Valley del la Luna schauten wir uns den Sonnenuntergang an. Jeden Tag schauen sich hier unzählige Touristen den Übergang von Tag zu Nacht an. Man kann es sich so vorstellen: Toni und ich sitzen auf einer Klippe, unter uns eine Marslandschaft, vor uns die untergehende Sonne. Das Farbenspiel war phänomenal.
Nach diesem tollen Sonnenuntergang wollten wir uns auch den Sternenhimmel zu Gemüte führen. Wir aßen fix etwas, schnappten unsere Schlafsäcke und ein paar Decken und machten uns auf eigene Faust auf die Suche nach einem schönem Plätzchen außerhalb der Stadt, dass uns freien Blick auf den Sternenhimmel gewehrte. Nach einem halbstündigem Marsch war das auch schnell gefunden. Schnell war unser Lager aufgeschlagen. Dann mussten wir nur noch nach oben schauen. Man, war das ein Anblick. Noch nie habe ich so viele Sterne gesehen. Da war das Kreuz des Südens, die Milchstraße, Orion und noch viele andere Sternenbilder, von denen ich leider den Namen nicht wusste. Da wir beide von dem Ausflug kaputt waren, mummelten wir uns in unsere Schlafsäcke ein und stellten unseren Handywecker, nur falls einer von uns einschläft. Die Augen hatten wir beide zu, doch wirklich geschlafen habe ich nicht. Toni hingegen hätte ich auch in der Wüste lassen können. Hätte ich ihn nicht geweckt, hätte er die ganze Nacht dort draußen unter freiem Sternenhimmel geschlafen. Nach etwas Überredungskunst konnte ich ihn früh um zwei doch zum Zurückgehen ins Hostel überreden.




Bei dem dritten Ausflug am 16.01. schwammen wir in zwei Lagunen und spazierten auf einem ausgetrocknetem Salzsee. Die erste Lagune hatte einen so hohen Salzgehalt, dass wir darauf floaten konnten. Für die, diesen den Begriff nicht kennen: beim Floaten treibt man auf dem Wasser. Egal wie tief es ist, man geht nicht unter. Schwimmen kann man allerdings auch nicht, da das hoch konzentrierte Salzwasser den Körper immer wieder an die Wasseroberfläche treibt. Es war ein lustiges Gefühl. Jedoch muss man aufpassen, dass das Wasser nicht in die Augen kommt. Das brennt wie Hölle.
Die zweite Lagune war weniger salzhaltig. Um genau zu sein bestand diese Lagune aus zwei Seen, die fast identisch waren und aussahen wie Augen. Wir entschieden uns in dem See zu schwimmen, in dem weniger Touristen waren. Um in diesen See zu kommen, hatten wir die Wahl einen drei Meter tiefen Sprung zu machen oder umständlich an einem kleinen Hang hinunter zu kriechen. Wir entschieden uns für den Sprung. Das ging schneller und machte viel mehr Spaß.





Am 17.01. verließen wir San Pedro und fuhren weiter nach Arica, einer 200.000 Einwohner Stadt, direkt an der Pazifikküste gelegen. Das planschen im Pazifik, Sonnen am Strand und bauen eines Walls inkl. Kleckerburg hat viel Spaß gemacht. Leider schlug der Wunsch nach Bräune in das Gegenteil um. Noch jetzt leide ich unter dem Verlust. Der Sonnenbrand machte meine schöne Bräune zu Nichte.
Die ehemals sonnengbräunte Haut, ist nun wieder weiß.
Schade. Aber es werden sicherlich noch einige Bräunungsgelegenheiten kommen. Doch dann gebe ich noch mehr Acht auf meine Haut.

Freitag, 13. Januar 2012

Nach den Iguazu-Wasserfällen sollte unsere Reise eigentlich weiter nach Paraguay gehen. Einige Leute rieten uns jedoch hiervon ab. Sie sagten, dass Paraguay uninteressant und wenig touristisch erschlossen wäre. Oft würden Touristen ausgeraubt. Nachdem wir auch noch erfuhren, dass das Verkehrsnetz sehr zu wünschen übrig lässt, verworfen wir unseren Plan und änderten unsere Reiseroute. Von Foz de Iguazu ging es am 28.12. wieder zurück nach Argentinien in eine kleine Stadt namens Posades. Diesen Ort wählten wir, weil es hier einen Grenzübergang nach Paraguay gibt. Unser Reisepass wurde nun doch um einen Landesstempel reicher.
Wir unternahmen einen Tagesausflug zu den Jesuitenruinen nach Trinidad. Dieser halbe Tag verdeutlichte uns, dass Paraguay das zweitärmste Land Südamerikas ist. Die Busse beispielsweise waren um einiges einfacher als in Argentinien und schienen 30 Jahre alt zu sein, obwohl sie das sicherlich noch nicht waren. Das positive an dieser Sache ist jedoch, dass die Lebensmittel spott billig sind.
In Encarnacion waren wir Mittagessen. Das war eine witzige Erfahrung. Wir waren in einem Hinterhof, der voll mit Stühlen, in unterschiedlichen Farben war. Jede Stuhlfarbe gehörte zu einer bestimmten Essensbude. In der Mitte des Platzes standen mehrere Grills und jeder Stand versuchte sein Asado anzupreisen. Einer der Besitzer winkte uns zu sich und ratz faz hatten wir einen Teller mit leckeren Fleischstücken, Salat und Brot. Man sieht uns eben immer wieder an, dass wir Touristen sind und Geld haben. Wir waren dort die einzigen Touristen. Aber der Mann war wirklich nett und hat sich mit uns noch eine bisschen unterhalten.

Jesuitenorden in Trinidad



Am 31.12. erreichten wir die Stadt Salta. Sie liegt im Westen von Argentinien und glänzt mit zahlreichen, gut erhaltenen Kolonialbauten.
Da wir uns nicht auskannten, wählten wir die erst beste Gelegenheit in das neue Jahr zu feiern und nahmen an der Party, die unser Hostel veranstaltete teil. Es war ein gelungener Übertritt ins neue Jahr. Wir lernten ein nettes schwedisches Paar kennen, die auch wie wir auf Reisen sind.
Später stellte sich heraus, dass die beiden auch in unserem Hostel übernachten. Nach einigen Small Talks und Erfahrungsaustauschen über den Inkatrail ging dann jeder seiner Wege. Doch Salta sollte nicht der letzte Ort sein, an dem wir uns trafen.
In Salta selbst unternahmen wir nicht so viel. Neben einigen Stadtspaziergängen bestiegen wir den Hausberg. Hier mussten zahlreiche Treppen erklommen werden
Von oben hatten wir einen umfassenden Blick auf Salta und seine Umgebung.
Salta ist umgeben von den Anden und liegt mitten in einem Kessel. Auf jeden Fall schön anzusehen. Den Berg hinunter fuhren wir mit der Seilbahn.


Inglesia San Fancisco

Ausblick auf Salta

Cathedral of Salta
Unsere nächster Halt war Cafayate. Hier kamen wir am 04.01. an. Wenn wir mal kein Hostel reserviert hatten, hatten wir bisher nie Probleme am Tag unserer Anreise ein passendes zu finden. Diese problemlose Suche sollte uns in Cafayate verwehrt bleiben. Ca. 1 Stunde liefen wir mit unseren Backpacks in der Stadt umher, um einen Schlafplatz zu finden. Die Hostels waren nicht das Problem, von denen gab es zahlreiche. Scheinbar ist dieser Ort bei den Einheimischen auch sehr beliebt, weshalb die 8 Hostels, bei denen wir angefragt hatten, alle ausgebucht waren.
La Montaña sollte dann unser Glückstreffer sein. Es war das 9 oder 10 Hostel bei dem wir endlich ein Zimmer bekamen. Nach dieser anstrengenden Suche sehnten wir uns nur noch nach einer Dusche und einem Restaurant.
Wir befürchteten schon, dass uns bei dieser Suche das gleiche Schicksal zu teil werden sollte, denn das erste Lokal, das wir erspähten, sah sehr voll aus. Doch bei genauerem Hinsehen erkannten wir zwei bekannte Gesichter.
Genau, das schwedische Paar war auch noch in Cafayate. Wir freuten uns sie zu sehen, genau wie sie sich auch. Die folgenden Abende verbrachten wir immer zusammen. Einen Abend machten wir sogar ein eigenes Assado. Wir kauften Fleisch, in einem sauber aussehenden Fleischerei und grillten es dann auf dem Grill unseres Hostels. Dazu gab es selbst gemachte Guacamole.
Sogar die Argentinier, denen wir etwas anboten (wir hatten etwas großzügig kalkuliert) fanden es sehr lecker und lobten unsere Kochkünste.
Nun haben wir noch eine Einladung nach Schweden bekommen. Die Schweden sind wirklich ein sehr nettes Völkchen.
Eigentlich wollten die beiden nur zwei Nächte bleiben, doch der Ort gefiel auch ihnen so gut, dass er zum weiteren Verweilen einlud.







Cafayate ist aber auch ein schönes Flecken Erde. Es liegt auf 1600 m. Auf dem Weg von Salta nach Cafayate windet sich die RN68 durch die „Marslandschaft“ der Quebrada de Cafayate, die sich durch markante Sandsteinformationen auszeichnet. Beispielsweise sieht man da die Garganta de Diabolo (Teufelsschlund), eine Gesteinsformation die Aussieht wie eine Kröte (El Sapo) und das Amphitheater, in dem eine tolle Akustik herrscht.
Die Garganta de Diabolo ist eine riesige Schlucht, die man hoch klettern kann. Von oben konnten wir die bizarre Landschaft noch besser betrachten.
Je nachdem wie die Sonne steht leuchtet der Sandstein rot wie Feuer. An einigen Stellen schillert das Gestein auch in Blau- Gelb- und Grüntönen. Diese Farbenpracht wird durch verschiedene Minerale erzeugt.
In Cafayate selbst gibt es Weinberge, so weit das Auge reicht. Einige der besten Weine Argentiniens soll es hier geben. Die Weintouren sind auch nicht zu teuer. Toni machte zwei Weintouren mit, ich nur eine.
Leider forderten die Klimaanlagen in den Bussen und die Temperaturunterschiede in den verschiedenen Orten ihren Tribut. Am 6. Lag ich flach, da ich mir eine schöne Erkältung eingefangen habe.
Mit Hilfe von Dampfbad, Tee und viel Ruhe bin ich jetzt aber fast wieder top fit. Naja vielleicht liegt es auch daran, dass ich die Krankheit an Toni weitergegeben habe. Jetzt schnieft er immerzu rum. Dank meiner guten Pflege ist aber auch er schon wieder auf dem Weg der Besserung J
Wie gesagt, an diesem Freitag blieb ich im Hostel und Toni unternahm mit den Schweden eine Weintour auf einem Tricycle. Das ist kein Tandem, sondern ein Fahrrad für drei Personen.
Zu deren Unglück war dieses Gefährt scheinbar schon etwas älter, denn während der Tour brach die Hinterradnarbe. Doch keine Sorge, die drei sind wieder wohl behalten angekommen.
An unserem letzten Tag in Cafayate wollte Toni den Cerro San Isidro besteigen und ich hatte einen Abend zuvor eine Tour zu den Wasserfällen, die sich 5 km außerhalb der Stadt befinden, gebucht. Am nächsten Morgen war ich pünktlich am Treffpunkt, jedoch war von den anderen 4 Leuten, die mitkommen sollten keine Spur.
Nach 15 min trotteten die 4 Argentinier ein. Hier wird es mit der Pünktlichkeit ja nicht so genau genommen.
Naja, letztendlich wurde die Tour abgesagt, da es zu gefährlich sei. Die Tage zuvor hatte es sehr stark geregnet und da ist der Weg zu den Wasserfällen sehr glitschig und gefährlich. Eigentlich hätten die Anbieter mich die Tour gar nicht buchen lassen müssen, denn sie wussten ja, das es geregnet hatte. Doch so ist das eben hier.
Toni war allerdings genauso erfolglos. Er scheiterte an einem großen Fluss, der auch auf Grund des Regens so viel Wasser hatte. Normalerweise ist er nur ein Flüsschen. Es hat einfach nicht sollen sein.


Quebrada de Cafayate


Hier sehen sie ....

Jeder Bauingenieur schreit laut auf 

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Die Kröte - El Sapo


Seit Dienstag sind wir in Chile, dem 4. Land unserer Reise. Na wisst ihr noch welche die anderen waren?
Wir befinden uns in der Atacamawüste in San Pedro de Atacama. Morgen erkunden wir die Landschaft mit dem Fahrrad, am Samstag machen wir eine Tour in die Berge auf 4200 m, am Sonntag schauen wir uns im Moonvalley den Sonnenuntergang an und am Montag werden wir in Lagunen schwimmen gehen.
Es gibt also wieder viel zu erleben und euch später zu berichten.
In diesem Sinne. Lasst es euch gut gehen, bis Bald.